Erlebnishunger

Black Mirror. Eine britische Serie, die uns von der digitalen Zukunft erzählt und uns mögliche Zukunftsvisionen vorlegt. Wir tauchen ein in eine Welt, in der die Geschichten morgen durchaus passieren könnten oder heute vielleicht schon passiert sind. Digitale Medien sind heute allgegenwärtig und dies wird in der Serie in übertriebener Weise besonders zur Schau gestellt.

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„Science-Fiction, Horror und Thriller zugleich, ohne eklig zu werden – Black Mirror entwickelt einen unheimlichen Sog, indem gezeigt
wird, wie unser digitales Alltagsverhalten zu völlig unüberschaubaren gesellschaftlichen Dimensionen führen kann. “ (Zitat aus der ZEIT )

Die Macht der digitalen Medien, insbesondere der Virtual-Reality-Welt wird in der Folge „Erlebnishunger“ besonders deutlich.

Alles beginnt im Morgengrauen. Ein junger Mann Namens Cooper entscheidet sich kurzerhand von zu Hause zu fliehen. Sein geliebter Vater ist an Alzheimer gestorben, für Cooper bricht eine Welt zusammen. Eine Weltreise scheint genau das Richtige für ihn zu sein. Er möchte möglichst schnell weg von zu Hause, Erfahrungen sammeln und die Welt neu für sich entdecken.

Tatsächlich läuft alles wie geschmiert und so dauert es nicht lange bis er sich schliesslich in London wieder findet. Dank einer Dating-App lernt er Sonja kennen und beichtet ihr sogar seinen Kummer. Das Verhältnis zu seiner Mutter ist sehr schlecht und Kontakt mit ihr zu halten fällt ihm besonders schwer. Der junge Mann ist nicht einmal in der Lage, ihre Anrufe entgegenzunehmen. Sonja ermutigt ihn dennoch, sich seinem inneren Dämon zu stellen und die Rückreise anzutreten.

Es gibt da allerdings ein Problem. Cooper ist pleite. Aus Geldnot meldet sich der Amerikaner freiwillig als Tester eines hochexperimentellen Virtual-Reality-Spieles. Unteranderem lässt er sich dafür einen Chip einpflanzen. Dieser identifiziert seine ganz persönlichen Ängste und lässt sie wahr werden. Cooper wird in ein verlassenes altes Haus geschickt uns soll dort als Player agieren. Was Anfangs als leichtes Gepäck für Cooper scheint, entwickelt sich schon nach kurzer Zeit zu einem unwiderstehlichen Nervenkitzel, der sich als all zu real erweist.

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Erlebnishunger ist eine dieser Folgen, in der es eine Weile dauert bis sich die eigentliche Handlung heraus kristallisiert. Man könnte dies auch als einen Akt der Ironie verstehen. So geht es in dieser knapp einstündigen Folge in den ersten 30 Minuten im wesentlichen darum, dass Cooper es nicht auf die Reihe bringt seine Mutter anzurufen. Beinahe täglich wird er von seiner Mutter kontaktiert, doch er bleibt eiskalt und lehnt jedes Gespräch ab. Als Zuschauer fällt es einem nicht leicht, dieses Handeln nachzuvollziehen. Es wird nicht deutlich, was genau in der Beziehung zwischen Mutter und Sohn vorgefallen ist.

Im zweiten Teil der Episode fühlt man sich in einigen Situationen an einen Horrorfilm erinnert. Doch der tiefere Sinn dahinter bleibt unklar. Auf der einen Seite kann man eine Kritik and der Wirkung der Game- und Videospielindustrie vermuten. Nicht selten werden Videospiele ins schlechte Licht gerückt. Auf der anderen Seite könnte es sich auch um ein komplexes Drama über die Psychologie eines jungen Mannes handeln, der sich in einer Spirale des Leidens wiederfindet.

Fazit: Eine durchaus interessante Episode, die den Zuschauer nicht kalt lässt. Was ist Zukunft und was ist bereits Realität? Es liegt im Auge des Betrachters. Am Ende bleibt eine düstere Ungewissheit, die zum Nachdenken anregt.

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